Neue Perspektiven: Minderjährigkeit ist keine Kontraindikation mehr 

Minderjährigkeit gilt offiziell nicht mehr als Kontraindikation der exomotion® hand one. Auf der REHACARE 2026 haben wir zudem erstmals den Prototyp einer Kinderhandorthese vorgestellt, eine Weiterentwicklung für kleinere Hände und Arme. Erfahren Sie mehr über die Technik mit drei Motoren und das Astronauten-Design.

Ein besonders wichtiger administrativer Schritt: Minderjährigkeit zählt nun offiziell nicht mehr zu den Kontraindikationen der exomotion® hand one. Damit gelten die offiziellen Dokumente der Orthese ab sofort auch für Minderjährige mit gewisser Armgröße. 

Wie bei der Erwachsenenversorgung wird jede Orthese für Minderjährige individuell als Sonderanfertigung an den Arm angepasst. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Größe des Arms, da die benötigte Technik sicher in der Orthese untergebracht werden muss. Welche Mindestmaße dafür exakt erforderlich sind, wird im Rahmen unseres weiteren Entwicklungs- und Testprozesses aktuell noch ermittelt und bei einer Versorgung individuell geprüft. 

Meilenstein für kleine Hände: Wir präsentierten den ersten Prototyp der Kinderhandorthese auf der REHACARE

Im September war es so weit: Auf der REHACARE International in Düsseldorf stellten wir erstmals den Prototyp unserer Kinderhandorthese vor. Mit der Weiterentwicklung der exomotion® hand one für kleinere Hände und Arme möchten wir künftig auch Jugendlichen und Kindern den Alltag erleichtern und beidhändige Tätigkeiten unterstützen. 

Für uns bei HKK Bionics markiert die Entwicklung des Prototypen der Kinderhandorthese einen wichtigen Meilenstein. Der Messe-Prototyp hat erstmals sichtbar gemacht, wie sich das bisherige Orthesenkonzept für die Anforderungen von Jugendlichen und Kindern weiterentwickeln lässt. 

Kinderorthese-liegend

Drei Motoren für fünf Finger: Technik, die mitdenkt 

Die technische Basis unseres neuen Prototyps bildet die bewährte exomotion® hand one, eine motorisierte und individuell gefertigte Orthese für Menschen mit einer gelähmten Hand. Ein Sensor auf der Haut erfasst dabei Muskelsignale und übersetzt diese in Bewegungsimpulse für die Finger. 

Für die Jugend- bzw. Kinderversion haben wir das System gezielt angepasst: Der Prototyp kommt mit einem Antrieb weniger aus und setzt auf drei Motoren. Diese bewegen die Finger in Gruppen. Dabei ist ein Motor für den Daumen vorgesehen, einer für Zeige- und Mittelfinger sowie ein dritter für Ring- und kleinen Finger. Da sich die Orthese aktuell noch in der Konstruktions- und Testphase befindet, entwickeln und prüfen wir derzeit eigene Greifmuster für diese neue Aufteilung. 

Astronauten-Design für kleine Entdecker 

Ein Hilfsmittel für Jugendliche und Kinder muss nicht nur funktional sein, sondern auch optisch begeistern. Als Grundlage für die Konstruktion der Prototyp-Armschiene dienten uns die 3D-Scans von zwei Kinderhänden aus dem Kreis unserer Mitarbeitenden. Darauf aufbauend haben wir uns für ein cooles Astronauten-Design entschieden: Der Prototyp erhielt eine dunkelblaue Grundfarbe, während sich die Exomechanik an den Fingern mit pinkfarbenen Elementen davon abhebt. Auch die Silikonfingerlinge wurden farblich passend auf das Gestaltungskonzept abgestimmt. 

Nächste Veranstaltung : 8. Schleswig Holsteinischen Orthesen & Prothesen Forum - 23.10.2026 - 24.10.2026